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FMA zieht Bilanz über ihre Prüftätigkeiten 2025

3.6.2026 – „Vor dem Hintergrund zunehmender globaler Unsicherheiten resilient“, „stabil, profitabel und gut kapitalisiert“: So beurteilt die Finanzmarktaufsicht anlässlich der Veröffentlichung ihres Jahresberichts 2025 die heimische Finanzwirtschaft. Einer der Prüfungsschwerpunkte des letztens Jahres betraf das Beschwerdemanagement. Im Versicherungssektor sei es dadurch „insgesamt zu einer deutlichen Sensibilisierung“ hinsichtlich eines wirksamen und strukturierten Umgangs mit Kundenbeschwerden gekommen. Verbraucherbeschwerden über Versicherer drehten sich insbesondere um Kfz-, Rechtsschutz- und Lebensversicherungen.

FMA-Jahresbericht 2025 (Cover; Quelle: FMA)
FMA-Jahresbericht 2025
(Cover; Quelle: FMA)

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) beaufsichtigt 838 Unternehmen mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 1,46 Billionen Euro. 72 davon sind Versicherungsunternehmen mit 110,4 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen. Am Dienstag hat die FMA ihren Jahresbericht 2025 vorgelegt.

„Vor dem Hintergrund geopolitischer Instabilitäten, globaler Unsicherheiten und disruptiver technologischer Entwicklungen hat sich der österreichische Finanzsektor auch im vergangenen Jahr als stabil, profitabel und gut kapitalisiert erwiesen“, stellte die Behörde fest.

Die Sicherheit der österreichischen Finanzwirtschaft „ist kein Selbstgänger, sondern muss immer wieder neu erarbeitet werden“, sagte Vorstandsmitglied Helmut Ettl und ergänzte: „Angesichts der weiterhin erhöhten Unsicherheiten und Instabilitäten wäre Deregulierung der falsche Schritt.“

Kapital, Liquidität und Solvenz „insgesamt sehr solide“

Vorstandsmitglied Mariana Kühnel bezeichnete Kapital, Liquidität und Solvenz der heimischen Institute als „insgesamt sehr solide“. Kreditinstitute und Versicherer „können Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit Österreichs unterstützen und spielen selbst international in der vordersten Reihe mit“.

Für mögliche Folgen internationaler Verwerfungen müsse man aber gerüstet bleiben und nationale Risiken, etwa im Immobilienbereich, sorgfältig im Griff behalten.

Die FMA empfiehlt daher den beaufsichtigten Unternehmen, „weiter Kapital aufzubauen, konservativ zu bewerten, ausreichende Vorsorgen zu bilden und Problemkredite zügig abzubauen“.

Die derzeit guten Gewinne, so die FMA weiter, sollten auch für Investitionen in Kernbereiche wie Digitalisierung, Effizienzsteigerung und Cybersicherheit verwendet werden.

Wohlverhalten und Vertrieb

Im Kapitel „Conduct- und Vertriebsaufsicht“ berichtet die FMA für den Bereich der Versicherungen, dass sie „zur Stärkung des kollektiven Verbraucherschutzes und zur Eindämmung der operativen Risiken der beaufsichtigten Unternehmen“ diverse Schwerpunkte gesetzt hat.

„Ein besonderer Schwerpunkt“ lag demnach auf dem Beschwerdemanagement der Versicherer. Geprüft worden sei die Wirksamkeit des Beschwerdemanagements, insbesondere im Hinblick auf klare interne Regelungen, Prozesse und Zuständigkeiten.

Dieser Prüfungsschwerpunkt habe „insgesamt zu einer deutlichen Sensibilisierung“ der Versicherer hinsichtlich eines wirksamen und strukturierten Umgangs mit Kundenbeschwerden geführt. Es habe sich auch gezeigt, dass die bestehenden Prozesse und Abläufe „weithin den gesetzlichen Vorgaben sowie den Eiopa-Leitlinien entsprechen“.

Gleichzeitig seien „wesentliche Verbesserungen“ erzielt worden: „Durch die stärkere Fokussierung auf klare interne Regelungen, transparente Zuständigkeiten und eine systematische Ursachenanalyse wurden die internen Abläufe im Beschwerdemanagement nachhaltig optimiert.“

Value for Money: „angemessene Methoden und nachvollziehbare Tests“

Ein weiterer Schwerpunkt lag im letzten Jahr auf dem Prinzip „Value for Money“ (Kosten/Nutzen) in der fondsgebundenen Lebensversicherung.

„Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass die Versicherungsunternehmen für die qualitative und quantitative Produktprüfung angemessene Methoden und nachvollziehbare Tests verwenden“, fasst die Aufsicht zusammen.

„Szenarioanalysen werden vor Vermarktung des Produkts bzw. bei wesentlicher Änderung des Produkts oder des Zielmarktes durchgeführt.“

3.700 Anfragen und Beschwerden eingegangen

Die FMA betreibt eine Beschwerdestelle, an die sich Verbraucher und Kunden mit Problemen bei Finanzdienstleistungen eines beaufsichtigten Unternehmens wenden können.

Rund 3.700 Anfragen und Beschwerden wurden bearbeitet. Der Großteil habe Banken betroffen, gefolgt von Versicherungsunternehmen und Kryptowerte-Dienstleistern.

Soweit es um Beschwerden in Bezug auf Versicherungsunternehmen ging, standen laut FMA Kfz-, Rechtsschutz- und Lebensversicherungen im Mittelpunkt, vor allem Deckungsfragen, Vertragskündigungen und die Dauer der Schadensbearbeitung.

Digitale Resilienz: Ursprung von Problemen oft bei IKT-Drittdienstleistern

Die FMA geht auch auf „Dora“ ein: Das EU-Regelwerk für digitale Resilienz wurde 2025 anwendbar. „Ein Kernelement ist das harmonisierte Meldewesen für schwerwiegende IKT-Vorfälle (Informations- und Kommunikationstechnologien; Anm.). 2025 wurden der FMA 103 Vorfallsmeldungen übermittelt“, berichtet die Behörde.

Davon betrafen 75 den Banksektor, 21 Wertpapierdienstleister und 7 den Versicherungssektor. Rund 19 Prozent der Fälle waren böswillige Handlungen wie etwa Cyberangriffe. Knapp 40 Prozent gingen auf Systemversagen/-störungen zurück.

„Auffällig ist die Abhängigkeit von externen Dienstleistern: In über der Hälfte der Fälle lag der Ursprung bei einem IKT-Drittdienstleister“, hebt die FMA hervor.

KI heuer im Fokus der FMA

Apropos digitale Welt: Die Anwendung künstlicher Intelligenz im Finanzsektor und die kommende Aufsicht darüber „stehen im laufenden Jahr im Fokus der FMA“, hält diese fest.

Eine aktuelle Erhebung der FMA zur Nutzung von KI zeige, dass sie bei den österreichischen Finanzunternehmen „angekommen“ ist.

„Pilotprojekte und Tests laufen etwa im Bereich Betrugsbekämpfung, bei Identifikationsprozessen, in der Geldwäscheprävention oder bei der Bearbeitung von Schadensmeldungen.“

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Darlehen · Digitalisierung · Immobilie · Lebensversicherung · Rechtsschutz · Versicherungsaufsicht
 
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