22.9.2026 – Grenzüberschreitender Finanzverkehr werde zunehmend von geopolitischen Überlegungen beeinflusst, das Umfeld für Risikotransfer, Investments und Kapitalmanagement dadurch komplexer. Das besagt eine neue Analyse der Genva Association. Versicherer könnten Risiken mit verschiedenen Maßnahmen minimieren, die Politik müsse unter anderem die grenzüberschreitende Aufsicht sicherstellen.

Die zunehmende Fragmentierung des globalen Finanzsystems verändere das Umfeld, in dem Versicherer und Rückversicherer arbeiten.
Zu diesem Schluss kommen die Autoren eines neuen Berichts der Geneva Association (GA), eines internationalen Netzwerks von Managern von (Rück-)Versicherern.
Die „finanzielle Fragmentierung“ könnte Schocks auf den globalen Versicherungsmärkten verstärken.
Grenzüberschreitender Finanzverkehr werde mehr und mehr von geopolitischen Überlegungen beeinflusst. Dies führe zu komplexeren Rahmenbedingungen für Risikotransfer, Investments und Kapitalmanagement.
Von damit einhergehenden Kostensteigerungen ist ebenso die Rede wie davon, dass in Folge einer solchen Fragmentierung Versicherer mehr Risiken in den lokalen Märkten belassen, die Risikodiversifikation abnimmt und die Effizienz der Kapitalallokation sinkt.
„Die globale Wirtschaft tritt in eine neue Phase, in der geopolitische Überlegungen eine größere Rolle bei der Gestaltung der Finanzmärkte spielen“, sagt Jad Ariss, Managing Director der GA.
Für eine Branche, die auf internationaler Risikoteilung und langfristigen Investments basiert, sei es entscheidend, zu verstehen, wie sich diese Veränderungen auf die Rolle der Versicherer beim Ausbau der Widerstandsfähigkeit auswirken.

Der Fragmentierung allein schreibt der Bericht zwar durchaus bewältigbare Auswirkungen auf den Versicherungssektor zu.
Größere Risiken entstünden dann, wenn sie mit einer größeren Anspannung auf den Asset-Märkten zusammenfalle. Dieser Umstand unterstreiche die Bedeutung einer entsprechenden Vorbereitung und Widerstandsfähigkeit.
Falls es zu einer erheblichen Belastung des Finanzmarktes kommt, würde die Fragmentierung auch die Belastung der Bilanzen von Versicherern steigen lassen, wenn Liquidität und Kapitalpuffer unter Druck geraten.
Versicherer könnten diese Risiken verringern, indem sie ihre Risikotransfer-Strategien und Kapitalstrukturen anpassen und ihr Liquiditätsmanagement stärken, so der Bericht der Geneva Association.
Auch die Politik hat nach Ansicht der Autoren eine Rolle zu spielen: Sie müsse die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden aufrechterhalten und die Zahlungs- und Abwicklungsinfrastruktur sichern.
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