16.7.2026 – Die Zahl der Motorräder in Österreich hat sich seit 1970 mehr als versechsfacht. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Verletzten, insbesondere der Leichtverletzten. Hier könnte moderne Schutzkleidung viel bewirken, so das Kuratorium für Verkehrssicherheit. 45 Prozent der Motorradfahrer würden aber keine angemessene Schutzkleidung tragen.

Die Zahl der in Österreich zugelassenen Motorräder ist von rund 113.000 im Jahr 1970 auf heute rund 700.000 gestiegen. Das ist mit ein Grund für einen Anstieg der Motorradunfälle und der Verletztenzahlen auf neue Rekordwerte, so das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) in einer Presseinformation.
Eine aktuelle Studie des KFV, die auch die Fahrleistung berücksichtigt, zeige, dass das Risiko, beim Motorradfahren verletzt zu werden, rund 37-mal so hoch sei wie beim Pkw. Dabei würden Motorradfahrer weiterhin zu den am schlechtesten geschützten Verkehrsteilnehmern zählen.
Nachdem bereits 2024 ein neuer Höchstwert bei den Verletzten verzeichnet worden war, habe diese Zahl 2025 weiter auf 4.584 Motorradfahrer zugenommen. Vor allem bei Leichtverletzten sei ein starker Anstieg zu verzeichnen, ihre Zahl sei seit 2000 um 55 Prozent gestiegen.
Leicht zurückgegangen sei die Zahl der Schwerverletzten, die Zahl der getöteten Motorradfahrer befinde sich aber „seit Jahrzehnten auf hohem Niveau“, so das KFV. 1976 habe es 94 Motorradtote gegeben, 2025 seien es 81 gewesen und im heurigen Jahr bis 12. Juli bereits 36.

„Airbag-Systeme in der Motorradbekleidung können vor allem auch bei moderatem Tempo dazu beitragen, die Schwere von Verletzungen wie Abschürfungen, Prellungen und Rippenbrüchen zu verringern“, sagt Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV.
13.900 Beobachtungen des KFV hätten aber gezeigt, dass viele Motorradfahrer unzureichend geschützt sind; als angemessen wird dabei vom KFV das Tragen von Helm, Handschuhen, Motorradstiefeln sowie Motorradbekleidung für Beine und Oberkörper gewertet.
Insgesamt trügen den Beobachtungen zufolge 45 Prozent der Motorradfahrer keine angemessene Schutzkleidung. Vor allem im Ortsgebiet seien die Tragequoten besonders niedrig, 76 Prozent seien dort nicht ausreichend geschützt; im Freiland seien es dagegen nur 31 Prozent.
Gleichzeitig warnt das KFV, dass Motorradfahrer, die bei einem Unfall ohne Schutzbekleidung verletzt werden, laut Judikatur mit einer Reduktion des Schmerzensgeldes rechnen müssen, selbst wenn den Unfallgegner die volle Schuld am Unfall trifft.
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