9.9.2026 – Rückversicherer würden angesichts zunehmender Naturkatastrophenschäden sowie neuer Risiken durch Cyberkriminalität und künstliche Intelligenz einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität und zur Versicherbarkeit von Risiken leisten, betont Munich Re.

Ein widerstandsfähiger Rückversicherungssektor sei in der Lage, zunehmend komplexe und global vernetzte Risiken aufzufangen, betont Thomas Blunck, Vorstandsmitglied der Munich Re, anlässlich des „Rendez-Vous de Septembre“ der Rückversicherer in Monte Carlo.
Das Marktumfeld sei aktuell von besonders vielen Unsicherheiten wie Klimawandel, geopolitischen Spannungen und einer rasanten technologischen Entwicklung geprägt, die parallel auftreten und einander gegenseitig verstärken, heißt es dazu in einer Medieninformation.
In der aktuellen Lage würden Rückversicherer einen bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität und zur Versicherbarkeit neuer und bestehender Risiken leisten, indem sie zum Verständnis veränderter Gefahren beitragen, Prävention und Resilienz bieten und Schadenergebnisse abfedern.
Zum bereits sechsten Mal in Folge hätten versicherte Naturkatastrophenschäden die Marke von 100 Milliarden US-Dollar überschritten, so Munich Re. Dies entspreche 49 Prozent aller Natkat-Verluste, die sich auf 233 Milliarden Dollar summierten.
Erstmals hätten 2025 dabei sogenannte „Non-Peak Perils“ versicherte Schäden von mehr als 100 Milliarden Dollar verursacht; bei diesen handle es sich um mittelgroße Schadenereignisse „unterhalb der größten Naturkatastrophen“.
Hitzewellen, Fluten und andere Non-Peak Perils würden sich zunehmend zu ökonomischen Risiken entwickeln; sie beeinträchtigen die Infrastruktur und damit die Lieferketten und sie verursachen Schäden in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen sowie an Gebäuden und technischen Anlagen.
Die steigende Nutzung von künstlicher Intelligenz und die Bedrohungen durch Cyberrisiken würden die Risikolandschaft grundlegend verändern, so Munich Re. Dazu kämen zunehmende Professionalisierung der Angreifer, geopolitische Spannungen und systemische Abhängigkeiten.
All dies treibe die Kosten der Cyberkriminalität weiter in die Höhe. Nach Studien von Munich Re würden sich 89 Prozent der Unternehmen nicht ausreichend dagegen geschützt fühlen. Die Durchdringung mit Cyberversicherungen bleibe aber gering.
Während sich für Cyberrisiken aber inzwischen gewisse Standards entwickelt hätten, um die Risiken genau zu adressieren und angemessen abzudecken, gebe es diese für KI-Risiken noch nicht. Nötig seien tiefe Expertise, geschärftes Risikoverständnis und klares Wording in den Verträgen.
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