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Neue Zivilschutz-App vorgestellt – ein „Test“

8.9.2026 – Innenministerium und Zivilschutzverband haben am Montag eine neue App vorgestellt: „Ziva“ soll der Risikovorsorge dienen und allerhand an Prävention, Tipps und Notfall-Warnungen bieten. Der an dieser Stelle geplante Beitrag über das neue Angebot und seinen Leistungsumfang fiel nach der ersten Begegnung aber anders aus als ursprünglich geplant.

Im Frühjahr in die Testphase gegangen (VJ 19.5.2026), ist die neue Zivilschutz-App „Ziva“ am Montag vorgestellt worden.

Sie vereine Gefahreninformationen, personalisierte Vorsorgeempfehlungen und Warnmeldungen auf einer zentralen Plattform, erläuterte das Innenministerium am Montag bei der Präsentation der vom Österreichischen Zivilschutzverband betriebenen App.

Die Beschreibung des Leistungsspektrums muss derweil tatsächlich im Konjunktiv verharren, denn besonders weit ist die Redaktion bei dem Versuch, ihn selbsttätig zu erforschen, nicht gekommen.

Ganz in Weiß

Die Installation der App funktioniert zwar tadellos, der Startbildschirm meldet sich und man darf aussuchen, ob man ein Konto erstellen will oder erst einmal ohne Anmeldung fortfährt.

„Ohne Anmeldung fortfahren“ bitte. Nun gelangen wir zu einem weißen Bildschirm. Der bleibt anscheinend auch weiß. Am unteren Bildschirmrand sind lediglich die Menüpunkte „Vorsorge“, „Wissen“, „Ernstfall“ und Warnungen“ zu sehen. Zumindest wissen wir jetzt, was uns erwartet hätte. Hätte. Denn anklicken lassen sie sich nicht.

Ob es vielleicht mit der Anmeldung eines Kontos funktioniert hätte? Versuchen wir’s. Raus aus der App, die App neu starten, und diesmal beim Start beherzt ein Konto einrichten. Auch dieser Plan scheitert aber grandios: Diesmal zeigt die App den Auswahlbildschirm erst gar nicht mehr an.

Stattdessen offeriert sie den vertrauten weißen Bildschirm mit vier nicht anklickbaren Menüpunkten am unteren Bildschirmrand. Der Link zum „Kaufhaus Österreich“ (wo soll man im Zivilschutzfall einkaufen können, wenn nicht dort?), wurde scheint’s überhaupt vergessen.

Unter die Motorhaube

Ziva, Screenshot (Bild: Lampert)
Leerreicher Einstieg in die App
(Bild: Lampert)

Na gut, rein in die technischen Eingeweide. App-Einstellungen öffnen, Cache löschen, Daten löschen, App neu starten. Hurra, der Auswahlbildschirm ist wieder da. Diesmal Konto anmelden. Das ist schnell erledigt, am Ende steht da „Fast geschafft“.

Richtig: Fast. Denn das dort angekündigte E-Mail mit dem Bestätigungslink zur Aktivierung des Kontos kommt nicht. Vielleicht morgen. Oder mit der Post, weil’s wirklich wichtig ist.

Ob die Anmeldung ohne vorherige Betätigung eines Bestätigungslinks funktioniert? Die App lehnt die Eingabe der Login-Daten zumindest nicht von vornherein ab. Das „Anmelden“-Ringlein beginnt, sich zu drehen. Und dreht sich … bis die App am oberen Bildschirmrand anzeigt: „Gerät offline – zuletzt vor“. Naja, einen Versuch war’s wert.

Ein letzter Versuch eines Starts ohne Anmeldung. Leider wieder nichts. Der einzige Unterschied zum ersten Durchlauf: „Gerät offline – zuletzt vor“ ist jetzt auch auf dem weißen Bildschirm zu lesen.

Auch anderswo …

Geht das anderen auch so? Im „Play Store“ gibt es noch keine Rezensionen. Der Besuch dort klärt aber schon einmal darüber auf, dass die App in der Version „0.1“ vorliegt und zuletzt am 21. August aktualisiert wurde.

Im „Standard“-Forum wird unterdessen bereits rege diskutiert. Mit ähnlichen Erfolgsmeldungen: Auch für andere hat der Zivilschutz an einem weißen Bildschirm sein Ende gefunden.

Gerade zu viel los?

Interpretieren wir es wohlwollend: Vermutlich ist die App zu ihrer Premiere gerade derart gefragt, dass die Server überlastet sind. Das ist ja durchaus möglich. Was allerdings im Anschluss die Frage provoziert, wie die Server reagieren, wenn ein echter Krisenfall mit richtig viel Datenverkehr eintritt.

Prinzipiell scheint die App ja nicht unbenutzbar zu sein: Der Autor des „Standard“-Artikels hat offenbar ein Zeitfenster erwischt, in dem er sie zum Laufen bringen konnte. Und in seiner kritischen Würdigung hält er es für „sehr gut möglich, dass das Bewusstsein für Katastrophenvorsorge durch eine gut sortierte App – wie Ziva es ist – weiter geschärft wird“.

Nur ist es dem Vertrauen in die „Katastrophen-App“ nicht zwingend förderlich, wenn sie gleich schon beim Start „abraucht“. Aber gehen wir einmal davon aus, dass sie in Kürze auch auf den Geräten der restlichen Nutzer eine bessere Figur macht. Bis dahin kann sie jedenfalls in der Notlage eines nächtlichen Stromausfalls wertvolle Dienste als Taschenlampe verrichten.

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