So oft werden Fahrräder, E-Bikes oder E-Scooter geklaut

26.8.2026 – Fast jeder vierte Haushalt in Österreich war in den vergangenen fünf Jahren von einem Fahrrad-, E-Bike- oder E-Scooter-Diebstahl betroffen, berichtet das KFV. Ein Drittel verzichtet auf eine Anzeige. Diebstahlversichert ist laut den Ergebnissen nur der kleinere Teil der Fahrzeuge.

Fahrrad (Bild: Andreas Hermsdorf/Pixelio.de)
Bild: Andreas Hermsdorf/Pixelio

23 Prozent haben in einer Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit angegeben, dass in den letzten fünf Jahren ihnen selbst oder jemand anderem in ihrem Haushalt ein Fahrrad, E-Bike oder E-Scooter gestohlen worden ist.

Nach Fahrzeugart aufgeschlüsselt: 18 Prozent der Befragten wurde ihr Fahrrad gestohlen, 3 Prozent ihr E-Bike und 3 Prozent ihr E-Scooter.

Marketagent hat im Auftrag des KFV von 3. bis 9. Juni 2026 Antworten von 1.520 Personen im Alter von 14 bis 79 Jahren online eingeholt. Die Stichprobe ist den Angaben zufolge in Bezug auf Geschlecht, Alter, Bundesland und Ausbildung repräsentativ für die österreichische Gesamtbevölkerung in diesem Alterssegment.

Wo besonders häufig gestohlen wird

„Dass deutlich mehr Fahrräder als E-Bikes gestohlen werden, liegt einerseits daran, dass in Österreich nach wie vor wesentlich mehr klassische Fahrräder unterwegs sind“, sagt Armin Kaltenegger, Leiter des Fachbereichs Eigentumsschutz im KFV.

Andererseits habe sich in früheren KFV-Befragungen von Einbrechern gezeigt: Täter wählen häufig nicht die wertvollsten, sondern die am schlechtesten gesicherte Objekte aus. „Dieses Prinzip dürfte auch bei Fahrraddiebstählen eine wichtige Rolle spielen“, so Kaltenegger.

Am häufigsten werden Fahrräder, E-Bikes und E-Scooter bei Bahnhöfen, Haltestellen oder Park-and-Ride-Anlagen (17 Prozent) gestohlen.

Danach folgen öffentliche Flächen im Freien wie Straßen oder Gehsteige (15 Prozent), der Bereich vor Wohnhausanlagen bzw. Innenöfen (15 Prozent) sowie allgemeine Fahrrad- oder Abstellräume (14 Prozent). An fünfter Stelle stehen Geschäfte, Lokale oder Freizeiteinrichtungen (11 Prozent).

Ein Drittel erstattet keine Anzeige

Viele glauben nach einem Diebstahl offenbar erst gar nicht an ein Wiedersehen mit ihrem Fahrzeug: Ein Drittel der von Fahrrad-, E-Bike- oder E-Scooter-Diebstahl Betroffenen verzichtete auf eine Anzeige bei der Polizei. Letztes Jahr wurden 16.932 Fahrraddiebstähle bei der Polizei gemeldet (VJ 14.4.2026).

„Am wenigsten Hoffnung haben Betroffene nach Fahrraddiebstählen, gefolgt von E-Bike- und E-Scooter-Diebstählen“, sagt Armin Kaltenegger, Leiter des Fachbereichs Eigentumsschutz im KFV.

„E-Scooter verfügen immer öfter über elektronische Trackingmöglichkeiten. Das erleichtert nicht nur ihre Wiederauffindbarkeit, sondern dürfte auch Diebe abschrecken.“

Kaltenegger rät Betroffenen jedenfalls, auch bei älteren Fahrzeugen Anzeige zu erstatten.

Nicht jeder sichert sein Fahrzeug mit einem Schloss

Moderne E-Bikes werden den Daten zufolge häufiger gegen Diebstahl abgesichert: 77 Prozent verwenden beim Abstellen ihres E-Bikes fast immer ein Schloss, unter den „klassischen“ Fahrrad-Fahrern 66 Prozent, von den E-Scooter-Fahrern 51 Prozent.

Letztlich sei zwar kein Schloss „unüberwindbar“, ein hochwertiges könne aber entscheidend dazu beitragen, Diebe abzuschrecken, betont das KFV.

„Dünne Stahlseilschlösser konnten wir mit einem Bolzenschneider innerhalb von 10 bis 30 Sekunden durchtrennen“, berichtet Kaltenegger. „Bei Rahmenschlössern benötigten wir mit einer Brechstange immerhin zwei bis drei Minuten. Den größten Widerstand gegen Bolzenschneider boten im Test Bügel-, Falt- und schwere Kettenschlösser.“

Nur drei von zehn E-Bikes diebstahlversichert

Vorkehrungen für die Fahndung und Schadenabwicklung nach einem Diebstahl werden laut KFV „häufig vernachlässigt“.

Selbst bei E-Bikes, wo die Betroffenen vergleichsweise gut vorbereitet seien, sei dies der Fall: Nur 47 Prozent bewahren den Kaufbeleg auf, 37 Prozent haben die Rahmennummer notiert, 29 Prozent sind diebstahlversichert, 27 Prozent entfernen nach dem Abstellen den Akku und 23 Prozent haben ihr E-Bike registrieren lassen.

„Bei Fahrrädern wurden in dieser Hinsicht sogar noch deutlich weniger Vorkehrungen getroffen“, fügt das KFV hinzu.

Link

Bericht „Rollendes Geld – Fahrrad-, E-Bike- und E-Scooter-Diebstahl in Österreich“ (PDF, 143 KB, KFV)

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