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Studie: Aufnahmestopp bei rund jedem dritten Kassenarzt

11.6.2026 – Einer Untersuchung von Avers (krankenversichern.at) zufolge nimmt im Mittel aktuell etwa ein Drittel der Kassenärzte keine Neupatienten auf. Besonders hoch ist der Wert bei Haut- und Frauenärzten, wo zwei Drittel Neuaufnahmen zurückwiesen.

Arzt mit Stezhoskop (Bild: Online Marketing/Unsplash)
Bild: Online Marketing/Unsplash

Rund jeder dritte Kassenarzt (im Median 31,8 Prozent) in Österreich nimmt laut einer Untersuchung des oberösterreichischen Versicherungsmaklers Avers (krankenversichern.at) keine neuen Patienten auf.

Besonders betroffen seien Dermatologie und Gynäkologie, wo 65,9 bzw. 65,2 Prozent der Ordinationen keine neuen Patienten mehr aufnehmen. Danach folgen HNO-Ärzte (36,9 Prozent) und Hausärzte (36,7 Prozent).

Basis dieser Daten sind von 18. Mai bis 5. Juni österreichweit durchgeführte verdeckte Anfragen bei 1.112 Kassenärzten. Sie wurden per Zufallsprinzip aus der Arztsuche der Österreichischen Ärztekammer ausgewählt. Die Schwankungsbreite wird mit ±2,6 Prozentpunkten bei einem Konfidenzintervall von 95 Prozent angegeben.

Aufnahmestopp nach Fachrichtungen (Grafik: krankenversichern.at)
Zum Vergrößern Grafik anklicken (Quelle: krankenversichern.at).

Qualitätssicherung und Überlastung

Bei krankenversichern.at ortet man hinter den erhobenen Zahlen keinen Unwillen auf Seiten der Ärzte, sondern strukturellen Druck in dreierlei Hinsicht: Oft werde die Patientenzahl bewusst begrenzt, um die Behandlungsqualität zu sichern. Zudem treffe steigende Nachfrage auf schrumpfendes Angebot.

Steigende Nachfrage deshalb, weil die alternde Gesellschaft mehr und komplexere Behandlungsfälle mit sich bringe, und ein schrumpfendes Angebot wegen teilweise unbesetzter Kassenstellen und weil es viele Ärzte gebe, die in den Wahlarztbereich wechseln.

„Strukturelles Kapazitätsproblem“

Sebastian Arthofer (Bild: Avers)
Sebastian Arthofer,
COO bei Avers
Versicherungsmakler
(Bild: Avers)

Wenn rund jede dritte Kassenpraxis keine neuen Patienten mehr aufnehme und in manchen Fächern sogar zwei von drei, „dann reden wir nicht über Einzelfälle, sondern über ein strukturelles Kapazitätsproblem“, meint Sebastian Arthofer, COO von krankenversichern.at.

Für Patienten bedeute dies längere Wege und längeres Warten „oder den Schritt zur privaten Versorgung beim Wahlarzt“.

3,66 Millionen Menschen privat krankenversichert

In der österreichischen privaten Krankenversicherung ist die Anzahl der versicherten Personen laut Versicherungsverband (VVO) 2025 auf 3,66 Millionen gestiegen.

Das ist ein Zuwachs von 2,4 Prozent gegenüber 2024 und ein Plus von 8,1 Prozent gegenüber 2020.

Die ausgezahlten Leistungen beliefen sich 2025 auf 2,2 Milliarden Euro. Davon wurden rund 355,2 Millionen Euro für Arztleistungen im niedergelassenen Bereich aufgewandt. Das ist der zweitgrößte Posten hinter 1,20 Milliarden Euro für Krankenhauskostenersatz.

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