18.9.2026 – Die größten Hebel zur Hebung des KI-Potenzials für die Wertschöpfung liegen laut einer neuen Studie des Instituts Economica in Industrie, Handel, Finanz- und Versicherungswesen sowie freiberuflichen und technischen Dienstleistungen.

2024 hatte eine Analyse des Wirtschaftsforschungsinstitut Economica, in Auftrag gegeben von Microsoft Österreich, ergeben, dass künstliche Intelligenz die Bruttowertschöpfung in Österreich um bis zu 18 Prozent steigern könne.
Dies entspreche einem zusätzlichen Wertschöpfungspotenzial von rund 72 Milliarden Euro beziehungsweise einer Entlastung von bis zu 2,24 Milliarden Arbeitsstunden.
Eine darauf aufbauende Analyse, ebenfalls von Economica für Microsoft durchgeführt, ging nun der Frage nach, wo die größten Hebel liegen, um dieses Potenzial zu realisieren.
„Besonders große Hebel liegen dort, wo wirtschaftliche Bedeutung und technologisches Potenzial zusammentreffen“, fasst das IT-Unternehmen die Erkenntnisse zusammen.
Vier Wirtschaftsbereiche stehen demnach zusammengenommen für 54,9 Prozent des gesamten KI-Potenzials in Österreich: die Herstellung von Waren (Industrie), der Handel, das Finanz- und Versicherungswesen sowie freiberufliche und technische Dienstleistungen.
Der größte Einzelbeitrag entfalle dabei auf die Industrie, mit einem Potenzial von 19,8 Milliarden Euro, gefolgt vom Handel (9 Milliarden Euro).
„Erhebliche Potenziale“ gebe es auch im öffentlichen Sektor, insbesondere in Verwaltung, Bildung sowie Gesundheits- und Sozialwesen.
Wie in der Branchenbetrachtung, so sei auch bei der Betrachtung nach Berufen eine klare Konzentration erkennbar: Akademische Berufe, Techniker und Handwerksberufe vereinen zusammen 58,4 Prozent des gesamten KI-Potenzials. Ihr gemeinsamer möglicher Wertschöpfungsbeitrag betrage somit rund 42 Milliarden Euro.
„Die Ergebnisse zeigen, dass sich Österreichs KI-Potenzial auf einige besonders relevante Hebel konzentriert“, sagt Christian Helmenstein, Leiter von Economica, der auch Chefökonom der Industriellenvereinigung ist.
Deutlich werde auch, dass die Ausschöpfung dieses Potenzials „sowohl breit einsetzbare Anwendungen als auch spezialisierte Lösungen für einzelne Branchen und Berufe“ erfordere.
„Standardisierte Anwendungen können große Effizienzgewinne ermöglichen, während spezialisierte Tätigkeiten maßgeschneiderte Ansätze benötigen“, so Helmenstein.
Aktuell konzentriere sich der Einsatz von KI vor allem auf text- und sprachbasierte Anwendungen, wird weiter ausgeführt. Demgegenüber würden Bildverarbeitung, Deep Learning oder autonome Systeme bislang nur begrenzt genutzt.
Für die „erfolgreiche Nutzung von KI“ sind laut Studie klare regulatorische Leitplanken, Investitionen in digitale Infrastruktur, gezielte Qualifizierung und eine koordinierte Umsetzung in Wirtschaft und Gesellschaft nötig.
Der Fokus sollte dabei, wie es weiter heißt, weniger auf der Technologie selbst als auf ihrer Anwendung in Prozessen, Wertschöpfung und Entscheidungsfindung liegen.
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