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Versicherungsmaklerinnen für die Branche essenziell

11.9.2026 – Immer noch ist der Frauenanteil unter den Versicherungsmaklern gering. Wie sich das ändern ließe, war Thema eines Kamingesprächs am Vorabend des Expertentreffens in Rust. Denn die Branche könne es sich nicht leisten, auf die Kompetenzen und Perspektiven qualifizierter Frauen zu verzichten.

Diskutierten über Chancen für Frauen in der Versicherungsbranche (v.l.n.r.): Doris Zoder-Spalek, Burgenländerin des Jahres 2026, Katharina Freingruber, Fachgruppenobfrau im Birgenland, und Roger van der Linden von europäischen Branchenverband Bipar (Bild: Sabine Klimpt/Lichtblick KG)
Diskutierten über Chancen für Frauen in der Versicherungsbranche (v.l.n.r.): Doris Zoder-Spalek, Burgenländerin des Jahres 2026, Katharina Freingruber, Fachgruppenobfrau im Burgenland, und Roger van der Linden vom europäischen Branchenverband Bipar (Bild: Sabine Klimpt/Lichtblick KG).

Bereits im Jahr 2023 hat der Fachverband der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten die Initiative „Women Wanted“ gestartet, um mehr Frauen den Beruf der Versicherungsmaklerin nahezubringen (VJ 5.12.2023).

Ziele sind es, Frauen für eine selbständige Tätigkeit als Versicherungsmaklerin zu gewinnen, Vorbilder sichtbar zu machen, Austauschmöglichkeiten zu schaffen und bestehende Netzwerke zu stärken sowie mehr Frauen in die Interessenvertretung zu bringen.

Denn mit einem Anteil von 14,7 Prozent unter den aktiven Versicherungsmaklern sind Frauen in der Branche nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Auch in den Gremien der Interessenvertretung sind sie seltener vertreten;

Positiv entwickelt hat sich zuletzt allerdings der Frauenanteil auf den Wahlvorschlägen der Versicherungsmakler für die Wirtschaftskammerwahlen: Er stieg von 10,6 Prozent im Jahr 2020 auf 18,8 Prozent im Vorjahr, wie aus einem Factsheet der Initiative hervorgeht.

Vorbilder sind wichtig

In einem Kamingespräch am Vorabend des diesjährigen Expertentreffens in Rust am Mittwoch dieser Woche ging es darum, wie mehr Frauen für die Versicherungsvermittlung gewonnen, erfolgreiche Unternehmerinnen sichtbarer gemacht und weibliche Perspektiven gestärkt werden können.

Katharina Freingruber. Fachgruppen-Obfrau der Versicherungsmakler Burgenland, betonte, dass Sichtbarkeit eine Grundvoraussetzung für Veränderung sei. Vielen jungen Menschen seien die vielfältigen Möglichkeiten des Berufs immer noch zu wenig bekannt.

Wenn Frauen erfolgreiche Unternehmerinnen und Funktionärinnen sehen, entstehe ein realistischeres Bild dieser Möglichkeiten, so Freingruber. Ziel müsse es sein, Frauen zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft der Berufsgruppe aktiv mitzugestalten.

Branche braucht Diversität

Doris Zoder-Spalek, „Burgenländerin des Jahres 2026“ und Geschäftsführerin von Moki Burgenland, einer Organisation zur mobilen Kinderkrankenpflege, betonte die Bedeutung von Vorbildern, Zutrauen und Netzwerken für die berufliche Entwicklung.

Man müsse nicht perfekt sein, um Verantwortung zu übernehmen, ist Zoder-Spalek überzeugt. Oft brauche es vor allem Mut, Chancen wahrzunehmen, die eigene Kompetenz sichtbar zu machen und Unterstützung im Netzwerk anzunehmen.

Für Roger van der Linden, Präsident des niederländischen Vermittlerverbandes Adfiz und Vorsitzender des Broker Committee der europäischen Vereinigung der Versicherungsvermittler Bipar, ist Frauenförderung auch Aufgabe von Unternehmen, Verbänden und männlichen Führungskräften.

Die Branche könne es sich nicht leisten, auf die Kompetenzen und Perspektiven qualifizierter Frauen zu verzichten, sagt van der Linden: Mehr Diversität stärke Unternehmen, Berufsvertretungen und letztlich auch die Qualität der Beratung.

In den Schulen beginnen

Ausgebaut werden soll die Initiative „Versicherungsmakler:in macht Schule“, das im Vorjahr an der Handelsakademie in Neusiedl am See mit einem Pilotprojekt begonnen wurde und einen, wie es heißt, „realistischen Einblick“ in den Beruf bieten will (VJ 22.6.2026).

Mit der Erweiterung des Projekts auf die Bundesländer Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und Wien werde 2026/27 bereits in sieben Schulen mit rund 230 Schülern „die Praxis direkt ins Klassenzimmer“ gebracht.

Ziel sei es, junge Menschen frühzeitig für wirtschaftliche Zusammenhänge, finanzielle Eigenverantwortung und die vielfältigen Karrierechancen in der Versicherungsmaklerbranche zu begeistern.

 
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