29.6.2026 – Das wirtschaftliche und finanzielle Umfeld ist schwierig, geopolitische, demografische und andere Entwicklungen krempeln das Risikoumfeld um, fasst die EU-Versicherungsaufsicht die Lage zusammen. Der Versicherungssektor erweise sich aber als widerstandsfähig. Die Behörde nennt gute Kapitalisierung und Prämienwachstum als förderliche Faktoren.

Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (Eiopa) hat die Juni-Ausgabe ihres halbjährlich erscheinenden „Finanzstabilitätsberichts“ veröffentlicht.
Sie spricht von einem herausfordernden wirtschaftlichen und finanziellen Umfeld, das durch moderates Wachstum, erhöhte geopolitische Unsicherheit und sich ändernde strukturelle Risiken charakterisiert ist.
„Strukturelle Trends“ wie Digitalisierung, Klimawandel, demografische Entwicklungen und zunehmende Verflechtungen formen die Risikolandschaft des europäischen Finanzsektors weiter um, heißt es im Bericht.
Nichtsdestoweniger: Europas Versicherungs-, Rückversicherungs- und Betriebsrentensektoren haben ihre Widerstandsfähigkeit trotz anhaltender Unsicherheit und jüngster Phasen erhöhter Marktvolatilität bewahrt, stellt die Behörde zugleich fest.
Starke Kapitalausstattung und Liquidität halfen laut Eiopa, Marktturbulenzen im Zusammenhang mit geopolitischen Entwicklungen, der Neubewertung finanzieller Risiken und Veränderungen in globalen Handelsvereinbarungen abzufedern.
Der Versicherungssektor konnte neben guter Kapitalisierung und Liquidität ein Prämienwachstum in Leben und Nichtleben verzeichnen. Letzteres habe zu verbesserten versicherungstechnischen Cashflows beigetragen. Die Rentabilität habe von höheren Kapitalerträgen profitiert.
Zugleich seien Versicherer und Pensionsfonds mit Anfälligkeiten konfrontiert, die sich aus den Finanzmärkten, operationellen Risiken, einer Zunahme von Schadenforderungen und allgemeinen strukturellen Entwicklungen ergäben.
Mit Blick auf die Zukunft sieht die Eiopa die Versicherer weiter Risiken ausgesetzt, die sich aus der Neubewertung von Risikoprämien, Zins- und Wechselkursschwankungen, der „Schadeninflation“ sowie Entwicklungen ergeben, die international ausgerichtete Geschäftsbereiche betreffen.
Was den Rückversicherungssektor angeht, so seien diesem zuletzt weiterhin günstige Zeichnungsbedingungen und eine solide Solvabilitätslage zugutegekommen.
Das Prämienwachstum habe sich zwar in mehreren Geschäftssegmenten verlangsamt. Der Sektor aber eine „robuste Rentabilität“ aufrechterhalten und verbesserte Solvabilitätskennzahlen erreicht.
„Gleichzeitig sollten Rückversicherer angesichts ihrer Engagements die Risiken im Zusammenhang mit Naturkatastrophen, geopolitischen Entwicklungen und potenziellen Störungen im See- und Luftverkehr weiterhin beobachten“, so die Eiopa.
Geopolitische Spannungen bleiben der Hauptgrund zur Sorge, den die Aufsichtsbehörden identifiziert haben, berichtet die Eiopa.
Als „potenzielle Schwachstellen“ erachtet werden auch Staatsanleihen, Verflechtungen mit Banken und anderen Finanzinstituten, Entwicklungen auf privaten Märkten sowie Bewertungsrisiken im Zusammenhang mit weniger liquiden Vermögenswerten.
Aber: „Insgesamt stützen eine solide Solvabilitätslage und angemessene Liquiditätspuffer weiterhin die Widerstandsfähigkeit der Sektoren.“
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