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Wie lange man auf Termine bei Kassenärzten wartet

15.9.2026 – Die mittlere Wartezeit bei Kassenärzten in Österreich beträgt laut einer Studie von krankenversichern.at 34 Tage. Am längsten dauert es in der Inneren Medizin, wo der Median bei 65 Tagen liegt. In acht von 13 Fachrichtungen wurden höhere Werte gemessen als in der Studie des Vorjahres.

Arzt mit Stethoskop (Bild: Online Marketing/Unsplash)
Bild: Online Marketing/Unsplash

Die oberösterreichische Avers Versicherungsmakler GmbH, Betreiberin von krankenversichern.at, hat zum zweiten Mal die Wartezeiten bei Kassenärzten untersucht. Am Montag wurden Ergebnisse aus der Studie veröffentlicht.

Österreichweit liegt der Median für alle 13 Fachrichtungen zusammengenommen demnach bei 34 Tagen. Die kürzeste Wartezeit wurde in Wien festgestellt (22 Tage), die längste im Burgenland (53) vor Vorarlberg (46). Die restlichen Bundesländer liegen zwischen 38 und 34 Tagen.

Die Schwankungsbreite der Ergebnisse wird mit +/–2 Tagen angegeben.

1.601 Anfragen in allen Bundesländern

Der Analyse liegen 1.601 per E-Mail oder über das Online-Buchungssystem der Ordination durchgeführte Terminanfragen als neu zugezogene ÖGK-versicherte Person zugrunde. Je Fachrichtung wurde dasselbe Routine- oder Vorsorgeanliegen angegeben, ausdrücklich kein Akutfall.

Erhebungszeitraum war der 21. Mai bis 10. September 2026. Ordinationen, die zum Zeitpunkt der Anfrage urlaubsbedingt geschlossen waren oder deren erster angebotener Termin durch einen Ordinationsurlaub bedingt war, wurden nicht gewertet. Stattdessen wurde eine weitere Ordination angefragt.

In acht Fachrichtungen längere Wartezeiten als 2025

In rund der Hälfte der Fachrichtungen sind die Wartezeiten länger, als sie es in der Studie des Vorjahres waren. In den anderen Fällen sind sie entweder gleichgeblieben oder haben sich verkürzt.

Besonders betroffen ist den Ergebnissen zufolge die Innere Medizin: Dort belief sich die Wartezeit im Median auf 65 Tage; 2025 waren 63 Tage gemessen worden. Die zweitlängste Wartezeit zeigte sich in der Psychiatrie mit – unverändert – 61 Tagen.

Kürzere Wartezeiten als im letzten Jahr wurden in drei Fachrichtungen ausgemacht: Auge (46 Tage; 2025: 52 Tage), Urologie (39; 2025: 48) und Gynäkologie (34; 2025: 46).

Die kürzesten Wartezeiten wurden in der Radiologie (17 Tage), der Pädiatrie (18 Tage) und der Pulmologie (22 Tage) gemessen.

Wartefristen für Termine beim Kassenarzt (Grafik: krankenversichern.at)
Wartezeiten für Kassenarzt-Termine (Quelle: Wartezeiten-Studie)

Verringerung heißt nicht notwendigerweise Verbesserung

Eine Verringerung bedeute aber nicht zwangsläufig einen besseren Zugang, betont Avers.

Die Gynäkologie zeige zwar die stärkste Verkürzung, gehöre aber laut der Aufnahmestopp-Studie 2026 von krankenversichern.at (VJ 11.6.2026) zu den Fachrichtungen mit dem höchsten Anteil an Ordinationen ohne Neuaufnahme.

„Gemessen wird die Wartezeit nur dort, wo überhaupt ein Termin angeboten wird: Ordinationen, die 2025 noch einen späten Termin vergeben haben und inzwischen keine neuen Patientinnen und Patienten mehr aufnehmen, fallen aus der Auswertung heraus“, erklärt das Unternehmen.

Dieser Selektionseffekt könne den Median senken, obwohl der Zugang insgesamt schwieriger geworden ist. Die Aufnahmestopp-Studie zeige, dass rund ein Drittel der Kassenordinationen aktuell keine neuen Patienten aufnehme.

„Preis wird in Wochen bezahlt“

„Der Kassenarzt kostet kein Geld, er hat einen Wartepreis. Bezahlt wird er in Wochen. Wer die nicht hat, bezahlt den Termin im Wahlarztbereich in Euro – selbst oder finanziert über eine private Krankenversicherung“, kommentiert Sebastian Arthofer, Studienleiter und Avers-COO, die Ergebnisse.

Wenn Patienten bis zu 65 Tage auf einen Kassentermin warten und rund jede dritte Kassenordination keine neuen Patienten mehr aufnehme, „dann ist eine private Krankenversicherung für viele längst kein Luxus mehr, sondern eine Notwendigkeit“.

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