22.9.2026 – Die Lebenserwartung unterscheidet sich je nach Höhe der abgeschlossenen Bildung deutlich. Das bestätigen neue Zahlen der Statistik Austria. 35-jährige Männer mit Hochschulabschluss hatten 2024 im Schnitt eine um rund sieben Jahre höhere verbleibende Lebenserwartung als solche mit Pflichtschulabschluss. Bei gleichaltrigen Frauen betrug die entsprechende Differenz rund viereinhalb Jahre.

„Die fernere Lebenserwartung, also die durchschnittliche Anzahl der verbleibenden Lebensjahre, nimmt generell mit höherem Bildungsgrad zu“, fasst Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria, eine aktuelle Auswertung demographischer Daten zusammen.
Sowohl für ein Alter von 35 als auch von 65 Jahren zeigt die Analyse: je höher der formale Bildungsabschluss, desto höher die verbleibende Lebenserwartung.
35-jährige Akademikerinnen konnten 2024 erwarten, 87,75 Jahre alt zu werden. Bei Frauen, die höchstens einen Pflichtschulabschluss haben, war die fernere Lebenserwartung um 4,42 Jahre geringer. Im Durchschnitt hatten 35-jährige Frauen eine Gesamt-Lebenserwartung von 84,94 Jahren.
Bei Männern war der bildungsspezifische Unterschied der Lebenserwartung noch größer: 35-jährige Akademiker konnten erwarten, 4,22 Jahre länger zu leben als der Durchschnitt der Männer gleichen Alters (Gesamt-Lebenserwartung: 80,82 Jahre), Pflichtschulabsolventen um 2,75 Jahre kürzer – ein Unterschied also von fast genau sieben Jahren.
Die fernere Lebenserwartung ist in Gruppen höherer Bildung nicht nur größer, sie hat dort im Vergleich der Jahre 2023 und 2024 auch stärker zugenommen als in Gruppen mit „niedrigeren“ Abschlüssen.
Bei 35-jährigen Akademikerinnen nahm sie gegenüber 2024 um 0,59 Jahre auf 52,75 Jahre zu, bei Pflichtschulabsolventinnen ging sie gar von 48,33 auf 48,32 zurück.
„Die Lebenserwartung 35-jähriger Frauen mit Pflichtschulabschluss lag weiterhin unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie 2019“, stellt die Statistik Austria fest. Dasselbe gelte für 65-jährige Frauen ohne Maturaabschluss, also jene mit Abschluss einer Pflichtschule, Lehre oder berufsbildenden Mittelschule.
„Der Anstieg der ferneren Lebenserwartung bei Frauen seit 2019 ist somit zu einem wesentlichen Teil auf die gestiegene Lebenserwartung von Frauen mit Matura- oder Hochschulabschluss zurückzuführen“, erläutert die Statistik Austria.
Bei den Männern gab es in allen Bildungsgruppen relativ deutliche Zuwächse, den höchsten, mit rund acht Monaten, ebenfalls bei den Hochschulabsolventen.
„Im Gegensatz zu den Frauen lag die Lebenserwartung der Männer bereits merklich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie (+0,30 Jahre für 35-jährige Männer)“, merkt die Statistik Austria an.
Es habe aber auch Bildungsgruppen mit geringerem Anstieg gegeben: „So lag die fernere Lebenserwartung von 35-jährigen Männern mit Maturaabschluss lediglich um 0,07 Jahre über dem Wert von 2019, bei Pflichtschulabsolventen und Männern mit Lehre/BMS war der Anstieg mit 0,14 bzw. 0,18 Jahren ebenfalls geringer als der Gesamtanstieg der Lebenserwartung für 35-jährige Männer.“
Die Statistik Austria wertet demographische Indikatoren jeweils bezogen auf das vorletzte verfügbare Berichtsjahr aus, die oben genannten Zahlen schließen daher das Jahr 2025 noch nicht ein.
Sehr wohl verfügbar sind für 2025 aber Zahlen zur Lebenserwartung bei Geburt. Bei Männern belief sie sich im Schnitt auf 80,14 Jahre (2024: 79,84), bei Frauen auf 84,58 Jahre (2024: 84,32).
Zum längerfristigen Vergleich: Vor 25 Jahren, im Jahr 2000, hatten Männer zum Zeitpunkt der Geburt eine Lebenserwartung von 75,11 Jahren, Frauen eine von 81,12 Jahren.
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