7.9.2026 – Einparken bereitet jungen Lenkern besondere Probleme, zeigt eine ÖAMTC-Erhebung. Den Vertrauensgrundsatz kennen fast alle, ein Drittel aber eher nur dem Begriff nach, ohne ihn genau definieren zu können. Gegenüber Kindern im Straßenverkehr besonders achtsam zu sein, bejahten wiederum nahezu alle.

Wie tun sich junge Lenker mit dem Lenken? „43 Prozent nennen das Einparken in enge Parklücken als größte Herausforderung. Auf Rang zwei folgt mit 29 Prozent das Fahren im Stadtverkehr mit vielen unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern. Schlechtwetterfahrten und das Navigieren in starkem Verkehr teilen sich mit je 22 Prozent Rang drei.“
So fasst ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger Ergebnisse einer Befragung des Clubs zusammen, die im Sommer 2026 in dessen Fahrtechnik-Zentren durchgeführt wurde. Die Zahlen wurden am Freitag bekanntgegeben.
Insgesamt nahmen 320 Teilnehmer des Fahrtrainings teil, das Führerscheinneulinge drei bis neun Monate nach bestandener Fahrprüfung im Rahmen der Mehrphasenausbildung absolvieren müssen. 80 Prozent der Befragten waren höchstens 20 Jahre alt.
Den Angaben der Befragten zufolge reagieren praktisch alle (98 Prozent) mit besonderer Aufmerksamkeit, wenn sich im Straßenverkehr Kinder in ihrer Nähe aufhalten. 64 Prozent der Befragten sind sich bewusst, dass sich Kinder unvorhersehbar im Straßenverkehr bewegen.
Mehr als ein Viertel der Befragten hat bereits fordernde Situationen mit Kindern erlebt, häufig an Kreuzungen (30 Prozent), bei Wohnsiedlungen (27 Prozent) und vor Schulen (24 Prozent), auf Parkplätzen und nahe von Spielplätzen rund ein Fünftel.
Der Begriff „Vertrauensgrundsatz“ ist 96 Prozent der Befragten bekannt. Allerdings wussten nur 63 Prozent auch, was er bedeutet. Von jenen, die den Vertrauensgrundsatz richtig erklären konnten, wussten 88 Prozent, dass Kinder davon ausgenommen sind.
„Gefährdungssituationen entstehen überall dort, wo Kinder unterwegs sind – auch mit Begleitung. Deshalb erfordern alle Straßenabschnitte mit sogenannten Kinderbereichen, etwa bei Schulen, Spiel- oder Sportplätzen, besonders viel Rücksicht“, betont Seidenberger.
Österreichs Kinder machen sich mehrheitlich (54 Prozent) zu Fuß auf den Weg in die Schule oder in den Kindergarten, wie eine Analyse des VCÖ auf Basis von Daten des Verkehrsministeriums für 2025 zeigt. Dieser Anteil ist in den letzten Jahren gestiegen, 2023 waren es 48 Prozent, 2021 44 Prozent.
Erhoben wurden die Daten in einer repräsentativen Befragung zur Mobilität von Kindern bis 15 Jahren auf dem Schulweg und bei unter 6-Jährigen auf dem Weg in den Kindergarten.
Beim Zu-Fuß-Gehen sind Vorarlbergs und Wiens Kinder Spitzenreiter, berichtet der VCÖ: Jeweils 62 Prozent gehen hier täglich oder mehrmals pro Woche zu Fuß zur Schule bzw. in den Kindergarten. Am niedrigsten ist der Anteil in Kärnten und Niederösterreich (jeweils 48 Prozent).
Der Anteil der Kinder, die häufig mit dem Rad zur Schule fahren, ist im Gegensatz dazu zurückgegangen, und zwar von 28 Prozent im Jahr 2021 auf 21 Prozent 2025 gesunken, wie der VCÖ am Freitag weiter mitteilte.
Beim Radfahren liegen Salzburgs Kinder mit 35 Prozent an der Spitze vor Vorarlberg (30 Prozent) und Oberösterreich (28 Prozent). Schlusslicht ist Wien (9 Prozent), in Kärnten (10 Prozent) und im Burgenland (12 Prozent) sind die Anteile nicht wesentlich höher.
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