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Wo Führungskräfte Wettbewerbsrisiken sehen

8.5.2026 – Geopolitische Spannungen, Energiekosten und Bürokratie drücken auf die Stimmung österreichischer Führungskräfte, besagen Ergebnisse einer Deloitte-Umfrage. Hätten sie die Möglichkeit, Standortpolitik zu betreiben, würde vorrangig bei Bürokratie und Steuerentlastung angesetzt. Die Mehrheit glaubt aber an das Potenzial Österreichs.

Deloitte Radar 2026 (Cover; Quelle: Deloitte Österreich)
Deloitte Radar 2026 (Cover; Quelle: Deloitte Österreich)

Die Stimmung ist tendenziell gedrückt, zumindest unter österreichischen Führungskräften.

Das ist ein Ergebnis aus dem „Deloitte Radar“, für welches die Unternehmensberatung Anfang April 575 Führungskräfte befragt hat.

Weltpolitische Einflüsse

Zu diesem Stimmungsbild trägt nicht zuletzt die Weltlage bei.

Knapp mehr als die Hälfte gibt an, in ihrer Geschäftstätigkeit vom Krieg in Nahost und dessen Folgen für die globale Energieversorgung betroffen zu sein, nur etwas mehr als ein Viertel sieht sich eher bis gar nicht betroffen.

Fast zwei Drittel (62 Prozent) gehen davon aus, dass die globalen Unsicherheiten und die Energiekrise sich mittelfristig eher bis sehr negativ auf das eigene Unternehmen auswirken werden, ein knappes Drittel rechnet erwartet weder negative noch positive Effekte.

Die Hälfte sieht die Stimmung am Standort Österreich neutral

Die „generelle Stimmung am Wirtschaftsstandort Österreich“ nehmen demnach 14 Prozent als positiv, 53 Prozent als neutral und 32 Prozent als negativ wahr, wie der 12. Auflage des „Radars“ weiters zu entnehmen ist.

Die Frage, wie optimistisch „grundsätzlich auf die nächsten 12 Monate für den Standort Österreich“ geblickt wird, fällt nur geringfügig besser aus: 24 Prozent Optimisten stehen 29 Prozent Pessimisten gegenüber, getrennt von 48 Prozent „Neutralen“.

Under Blick auf die nächsten zwölf Monate für das eigene Unternehmen? Hier hellt die Stimmung noch etwas weiter auf: Immerhin gibt es hier mehr Optimisten (32 Prozent) als Pessimisten (29 Prozent); 39 Prozent sehen „neutral“ auf die Monate, die nahe Zukunft.

Ein Drittel gibt dem Wirtschaftsstandort einen Einser oder Zweier

Wie würden die Teilnehmer den Wirtschaftsstandort Österreich nach dem Schulnotensystem beurteilen? Ein „Sehr gut“ gibt es selten (3 Prozent), 31 Prozent schreiben ein „Gut“ ins Zeugnis, die Hälfte einen Dreier. Vierer und Fünfer gibt es nur von 12 bzw. 3 Prozent.

Die Beurteilung der Standortpolitik spiegelt dieses Bild weitgehend wider: 3 Prozent geben einen Einser, 25 Prozent einen Zweier, 49 Prozent einen Dreier. Negativere Bewertungen gibt es hier mehr: 16 Prozent „genügend“ und 8 Prozent „nicht genügend“.

Drängendste Wettbewerbsrisiken: Energiekosten, Bürokratie, Weltlage

Als drängendstes Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit stellen sich in der Umfrage Energiekosten dar: 61 Prozent bezeichnen es als das größte Risiko. Dahinter folgen Bürokratie (58 Prozent), aktuelle Weltlage (53 Prozent), Steuern und Abgaben (37 Prozent) sowie Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel (31 Prozent).

Für einen Tag die Wirtschaftspolitik in Österreich bestimmen – wo würden die Befragten als erstes ansetzen, wenn sie diese Möglichkeit hätten?

  • 33 Prozent entscheiden sich für „Bürokratieabbau und Föderalismusreform“.
  • 24 Prozent nähmen „Steuerentlastung für Unternehmen und Beschäftigte“ in Angriff.
  • 13 Prozent denken an Budgetsanierung samt Reform des Pensions- und Fördersystems.
  • Ebenfalls 13 Prozent würden den „Umbau des Energiesystems“ anpeilen.
  • 10 Prozent läge eine (Aus-)Bildungsreform am Herzen.
  • 7 Prozent würden Forschung und Innovation vorantreiben.

Mehrheit glaubt an Österreichs Fähigkeit, ins Spitzenfeld aufzurücken

Harald Breit (Bild: Deloitte/Feelimage)
Harald Breit, CEO
von Deloitte Österreich
(Bild: Deloitte/Feelimage)

„Im aktuellen Wettbewerbsranking des IMD (das International Institute for Management Development in der Schweiz; Anm.) erreichen wir erneut nur den 26. Platz (von 69; Anm.) und verharren deutlich hinter vergleichbaren europäischen Ländern wie der Schweiz, Dänemark oder Schweden“, kommentiert Harald Breit, CEO von Deloitte Österreich.

„Es braucht eine offene und schonungslose Bestandsaufnahme sowie den politischen Willen, tiefgreifende strukturelle Reformen durchzusetzen“, so Breit weiter, denn: „Die Lage wird sich weiter zuspitzen – immerhin nimmt die Energiekrise in Folge des Iran-Kriegs gerade erst Fahrt auf.“

Dennoch: Die Mehrheit glaubt daran, dass Österreich in den nächsten fünf Jahren „wieder ein Top-10-Standort“ sein kann. 12 Prozent sagen eindeutig „Ja“. 48 Prozent schließen sich dem an, wenn auch unter dem Vorbehalt, dass das nur „mit großem Reformeinsatz“ gelingen werde. Ein Drittel gibt sich wenig zuversichtlich, lediglich 6 Prozent meinen: Das geht sich nicht aus.

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Marktforschung · Steuern · Vermittlerrichtlinie
 
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