18.8.2026 – Die Standarddeckungen für Naturkatastrophen sind in aller Regel niedrig bemessen. Dennoch beziehen mehr als vier Fünftel der Nutzer in ihre Produktvergleiche für eine Eigenheimversicherung keine erweiterte Deckung ein. Dies ergab eine Datenanalyse der Vergleichsplattform.

Trotz Wetterextremen verzichtet die große Mehrheit der „Durchblicker“-Nutzer bei Eigenheimversicherungen auf einen umfassenderen Naturkatastrophenschutz. Dies berichtete der Betreiber der Vergleichsplattform am Montag.
Laut der Datenanalyse werde ein erweiterter Naturkatastrophenschutz lediglich in 15,5 Prozent der Eigenheimversicherungsabfragen berücksichtigt – obwohl der Standardschutz nur wenige tausend Euro umfasse, der erweiterte aber in den sechsstelligen Euro-Bereich reichen könne.
Sarah Schwarzer, Versicherungsexpertin bei Durchblicker, sieht das Bewusstsein für Unwetterschäden und außergewöhnliche Naturkatastrophen zwar steigen, es liege aber immer noch auf niedrigem Niveau.
„Was viele nicht wissen: Schäden, die durch außergewöhnliche Naturkatastrophen verursacht werden, sind ohne erweiterten Schutz oft nicht ausreichend gedeckt“, sagt Schwarzer. „Dazu zählen etwa auch Starkregenereignisse, die zu lokalen Überflutungen in Kellern oder Wohnräumen führen können.“
In den vergangenen Jahren seien davon auch immer öfter Haushalte außerhalb von Risikozonen betroffen gewesen.

Unter jenen, die wissentlich in hochwassergefährdeten Gebieten wohnen, sei ein etwas höheres Risikobewusstsein festzustellen.
„39 Prozent der Versicherungsnehmer, die angeben, in einem Risikogebiet zu wohnen, schließen den erweiterten Naturkatastrophenschutz ab“, teilt Schwarzer mit.
Das Eigenheim in einer HQ30-Risikozone versichern zu lassen – also in einem Gebiet, in dem ein bestimmtes Hochwasserereignis statistisch gesehen durchschnittlich alle 30 Jahre auftritt –, sei vergleichsweise schwierig, so der Durchblicker.
Eine Eigenheimversicherung in HQ100- oder HQ300-Risikogebieten unterscheide sich preislich nur geringfügig von Angeboten für Deckungen außerhalb einer Risikozone.
Vergleichen lohne sich aber auch in diesem Fall, da es deutliche Unterschiede zwischen Deckungsleistungen und Prämien gebe.
Angesichts zunehmender Wetterextreme und Starkregenereignisse „ist jeder Haushalt gut beraten, die individuellen Risiken fürs Eigenheim neu zu bewerten und die aktuelle Versicherung gegebenenfalls anzupassen oder zu wechseln“, betont Schwarzer.
Eine kombinierte Eigenheim- und Haushaltsversicherung decke sowohl Gebäude- als auch Einrichtungsschäden ab; Mietern in Risikogebieten, die hingegen nur eine Haushaltsversicherung abschließen, rät der Durchblicker, ebenfalls einen erweiterten Naturkatastrophenschutz in Erwägung zu ziehen.
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