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Wie wichtig den Österreichern ihre Zahngesundheit ist

10.9.2026 – 85 Prozent der Österreicher achten gewissenhaft auf ihre Zahngesundheit, so eine Studie, die im Auftrag der Allianz Österreich erstellt wurde. Wichtigster Grund dafür sei das Vermeiden späterer Zahnprobleme, eine große Rolle spielt aber auch die Ästhetik. Vor allem hohe Kosten halten die Menschen vom Zahnarztbesuch ab. Jene, die über eine Zahnzusatzversicherung verfügen, nutzen deutlich häufiger kostspielige Behandlungen.

Jörg Hipp und Birgit Vetter-Scheidl präsentierten das Allianz-Gesundheitsbarometer 2026 (Bild: Allianz/Cardes)
Präsentierten das Gesundheitsbarometer 2026: Allianz-Österreich-CPO Jörg Hipp und die Kieferorthopädin Birgit Vetter-Scheidl, Referentin für Medien und Öffentlichkeitsarbeit der Zahnärztekammer (Bild: Allianz/Cardes)

Die Zahngesundheit der Österreicher hat die Allianz in den Fokus ihres Gesundheitsbarometers 2026 gestellt. Vorgestellt wurde die Studie am gestrigen Mittwoch von der Kieferorthopädin Birgit Vetter-Scheidl, Referentin für Medien und Öffentlichkeitsarbeit in der österreichischen Zahnärztekammer, und Jörg Hipp, CPO Allianz Österreich.

Für das Allianz Gesundheitsbarometer hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent 1.600 Personen befragt; die Studie sei repräsentativ für die österreichische Bevölkerung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Ergebnisse würden zeigen, dass die Österreicher auf ihre Zähne achten, viele aber aus finanziellen Gründen auf Zahnbehandungen verzichten. Es fehle nicht an Bewusstsein für gesunde Zähne, sondern eher an der Möglichkeit, konsequent danach zu handeln, erläutert Hipp.

Zähne als Teil des Erscheinungsbildes

Zahngesundheit sei für die österreichische Bevölkerung mehr als Hygiene; sie gelte als Teil des Erscheinungsbildes und der Gesundheitsvorsorge, so die Allianz. Fast neun von zehn Studienteilnehmern sagen, dass gepflegte Zähne das äußere Erscheinungsbild maßgeblich prägen.

85 Prozent der Befragten erklären, gewissenhaft auf ihre Zahnpflege zu achten. Deutlich höher ist dieser Anteil mit 92 Prozent bei Haushalten mit einem Einkommen von mehr als 5.000 Euro, während es in jenen mit weniger als 2.000 Euro nur 78 Prozent sind.

Hauptgrund, die Zähne zu pflegen, sei Vorsorge, so die Studie: 36 Prozent der Befragten wollen spätere Zahnprobleme vermeiden. 26 Prozent nennen ästhetische Gründe, wobei Frauen mit 32 Prozent diesem Punkt mehr Bedeutung zumessen als Männer (21 Prozent).

Kosten schrecken ab

40 Prozent der Österreicher hätten sich schon einmal gegen eine Zahnbehandlung entschieden, weil sie zu teuer war, und 38 Prozent hätten sie aus diesem Grund verschoben, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage.

Fast jeder zweite (47 Prozent) nennt Kosten als Hinderungsgrund für Behandlungen, unter Frauen sind es sogar 53 Prozent, unter Männern 41 Prozent. Und mehr als drei von vier Studienteilnehmern kennen Personen, die bereits mit hohen Behandlungskosten konfrontiert waren.

Vor allem das Kosten-Leistungs-Verhältnis wird kritisiert: Nur 28 Prozent halten es für sehr gut oder eher gut. Als besonders teuer werden Zahnersatz, Zahnkorrekturen und ästhetische Eingriffe empfunden. Dabei fühlen sich aber nur 36 Prozent über Behandlungskosten und Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gut informiert.

Privatversicherte verhalten sich anders

Würden die Kosten vollständig, beispielsweise durch eine private Zahnversicherung, übernommen, so steige die Bereitschaft zur Behandlung in den nächsten fünf Jahren deutlich, heißt es in der Studie.

Allerdings würden nur fünf Prozent der Österreicher über eine private Zahnzusatzversicherung verfügen. Diese seien allerdings sowohl über die Behandlungskosten als auch über die Kassenleistungen deutlich besser informiert als jene, die nur über eine gesetzliche Krankenversicherung verfügen.

Und während Menschen ohne Zusatzversicherung in erster Linie Basisbehandlungen nutzen, werden von Privatversicherten aufwendigere Leistungen wie Zahnfleischbehandlungen, kieferchirurgische Eingriffe oder Kronen in Anspruch genommen.

Prävention wichtig

Über den Zusammenhang zwischen Mund- und Allgemeingesundheit würden sich zwar 59 Prozent der Befragten für gut informiert halten, tatsächlich gebe es aber erhebliche Lücken, wobei Babyboomer in diesem Punkt deutlich besser abschneiden als die Generation Z.

Dass ausgerechnet die jüngste Generation am schlechtesten abschneidet, sei aus zahnmedizinischer Sicht ein alarmierendes Ergebnis, so Vetter-Scheidl. Positiv sei aber, dass die jüngere Generation Zahngesundheit als Teil der Selbstfürsorge und nicht als Notfallthema versteht, ergänzt Hipp.

Der Leistungskatalog der zahnmedizinischen Versorgung in Österreich sei aber bis heute stark auf Reparatur ausgelegt, betont Vetter-Scheidl. Eine Verschiebung hin zur Prävention finde nur langsam statt.

Nötig seien jetzt eine konsequente Verschiebung von Reparatur zu Prävention, eine bessere Aufklärung über den Zusammenhang zwischen Mund- und Allgemeingesundheit und mehr finanzielle Planbarkeit, so das Resümee der Allianz.

 
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