Unfallrisiko Hitze

22.6.2026 – Um 65 Prozent mehr tödlich Verunglückte und um 59 Prozent mehr Verletzte im Straßenverkehr während der Sommermonate, jährlich rund 42 Todesfälle durch Ertrinken, mehr als 4.000 Verletzte bei Unfällen in Schwimm- und Freibädern, rund 30.000 erwartet Sportunfälle in den Sommermonaten: Organisationen warnen vor Unfallrisiken und geben Tipps.

Sonne, orange Himmel (Bild: Diego Romeo/Unsplash)
Bild: Diego Romeo/Unsplash

Österreich schwitzt: Der Sommer mit Temperaturen deutlich über 30 Grad ist angekommen. Vor damit einhergehenden Unfallrisiken warnt deshalb der VCÖ.

Im meteorologischen Sommer 2025, also in den Kalendermonaten Juni, Juli und August, habe es auf den heimischen Straßen 144 Todesopfer und 16.298 Verletzte gegeben.

Damit seien in diesen drei Monaten im Schnitt um 65 Prozent mehr Menschen bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückt als im Durchschnitt der anderen Monate. Die Zahl der Verletzten sei um 59 Prozent höher gewesen, so der VCÖ unter Berufung auf Zahlen der Statistik Austria.

Im Sommer 2024 sei die Zahl der Verkehrstoten (126) und Verletzten (15.379) zwar niedriger gewesen als im Sommer 2025. Sie sei aber ebenfalls deutlich höher als in den anderen Monaten des Jahres 2024 gewesen: die Zahl der Verkehrstoten um 68 Prozent, jene der Verletzten um 51 Prozent.

Hitze beeinflusst Unfallrisiko im Straßenverkehr

„Mehr Verkehr ist die eine Ursache für die höhere Anzahl an Verkehrsunfällen. Auswertungen der Statistik Austria zeigen aber, dass sich auch Hitze negativ auf die Verkehrssicherheit auswirkt und das Unfallrisiko erhöht“, sagt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Im Sommer 2024 passierten laut Statistik Austria an Hitzetagen um 13 Prozent mehr Verkehrsunfälle als an weniger heißen, im Sommer 2023 um 15 Prozent mehr, so der VCÖ. Als Hitzetage gelten solche, an denen die Höchsttemperatur 30 Grad oder mehr beträgt.

„Hitze belastet das Herz-Kreislauf-System und führt zu reduzierter Konzentrationsfähigkeit. Auch schlafen zahlreiche Menschen schlechter, sind müder und reagieren gereizter. All das hat negative Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit, die Fahrfehler nehmen zu“, erklärt Schenk.

Der VCÖ empfiehlt, möglichst auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Wer Auto fährt, solle langsamer und besonders aufmerksam fahren, nicht telefonieren, auch nicht mit Freisprecheinrichtung, bei längeren Fahrten häufiger Pause machen und ausreichend trinken.

Jährlich rund 42 Todesfälle durch Ertrinken

Vor kurzem hatte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) vor einer anderen hitzebedingten Gefahr gewarnt: Mit der Schwimmsaison steige das Risiko von Badeunfällen.

Im Schnitt ertrinken in Österreich laut Todesursachenstatistik (2015–2024) pro Jahr rund 42 Menschen, so das KFV. Rund 9 Prozent der Opfer seien Kinder, 50 Prozent zwischen 15 und 64 Jahre, 41 Prozent über 65 Jahre alt.

„Wer im freien Gewässer schwimmt, sollte niemals allein unterwegs sein und möglichst immer in Sichtweite anderer Personen bleiben“, sagt Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.

Und: „Bei längeren Schwimmrunden kann zudem das Mitführen einer neonfarbenen Schwimmboje lebensrettend sein – diese erhöht die Sichtbarkeit und bietet im Notfall Halt. Selbst für Geübte ist sie zu empfehlen, da jeder durch Erschöpfung, Krämpfe oder Kreislaufprobleme plötzlich in Not geraten kann.“

Rund 4.100 Personen wegen Schwimmbad-Unfällen ins Spital

Beim Baden treten häufig auch andere Unfälle auf. „Allein in den Hallen- und Freibädern verunfallen laut der KFV-Unfalldatenbank IDB Austria in Österreich pro Jahr rund 4.100 Menschen so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen“, berichtet das KFV.

Mehrheitlich (67 Prozent) handelt es sich dabei um Stürze, vor allem durch Ausrutschen auf nassen Böden oder Stolpern. 24 Prozent der Unfälle seien durch Zusammenstöße bedingt, etwa auf Wasserrutschen oder beim Sprung ins Wasser. Auch Verletzungen an Beckenrändern, bei Leitern oder Metallkanten würden häufig dokumentiert.

Trauner-Karner: „Rutschige Fliesen, Laufen und Sprünge erhöhen das Verletzungsrisiko. Deshalb gilt: auf nassen Flächen langsam gehen, auf Stolpergefahren achten und besonders beim Rutschen oder Springen Rücksicht auf andere nehmen.“

VVO und KFV rechnen im Sommer mit rund 70.000 Freizeitunfällen

Anfang Juni hatten der Versicherungsverband (VVO) und das KFV angesichts der anlaufenden Sommersaison bereits auf Unfallrisiken bei sportlicher Betätigung hingewiesen (VJ 3.6.2026).

So seien 2025 im Juni, Juli und August rund 69.200 Menschen bei Freizeitunfällen so schwer verletzt worden, dass sie ins Krankenhaus mussten. In rund 30.000 dieser Fälle seien die Verletzungen bei Sportaktivitäten wie Fußball, Wanden und Mountainbiken passiert.

 
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